Rund 100 Jahre nach seiner Eröffnung im Jahre 1902 wurde das von Hans Wilhelm Auer erbaute Parlamentsgebäude Teil eines grösseren Gebäudeensembles, zu dem auch die Bundeshäuser Ost und West sowie das Hotel Bellevue und der Bernerhof zählen, zum ersten Mal einer umfassenden Sanierung unterzogen. Das Gebäude, von grösster Bedeutung nicht nur aus denkmalpflegerischer Sicht, sondern auch für die Identität des 1848 gegründeten schweizerischen Bundesstaates, musste seit seiner Errichtung manchen Eingriff über sich ergehen lassen. Eingriffe, die in den meisten Fällen die Kohärenz des Auerschen Gesamtkunstwerkes in Mitleidenschaft zogen. Am Anfang des nun abgeschlossenen Umbauprojektes stand das Bestreben, die verborgenen Qualitäten des Gebäudes in archäologischer Manier unter den angehäuften Schichten der Zeit freizulegen und die historische Substanz in neuer Frische erstrahlen zu lassen. Nebst Restaurierung und Rekonstruktion wurden aber auch kleinere und grössere Bereiche komplett umgebaut oder gar neu geschaffen, um den heutigen Anforderungen an ein derartiges Gebäude Rechnung zu tragen. Diese Eingriffe wurden im Sinne Auers und vor dem Hintergrund seines Konzeptes für das Bauwerk entworfen. Nicht historisierendes Anbiedern am Bestand war die Devise und ebenso wenig das radikale Gegenüberstellen von historischer und neuer Bausubstanz, sondern das Weiterführen und Neuinterpretieren Auerscher Konzepte mit den Mitteln einer zeitgenössischen, der Bedeutung des Gebäudes entsprechend würdevollen Architektursprache. Aus Alt und Neu entsteht eine Einheit, welche die symbolische Kraft dieses Bauwerks, damals wie heute ein Sinnbild für die Schweiz und ihr demokratisches Staatsverständnis, hinaus ins Land erstrahlen lässt.
Führung: Bernhard Aebi | Aebi & Vincent Architekten SIA AG
Einblicke in den Parlamentsbetrieb ermöglicht uns Ständerätin Simonetta Sommaruga
| 2003 | Konkurrenzverfahren |
| 2004 | Planungsbeginn (März) |
| 2005 | Baueingabe (Juni) |
| 2006 | Baubeginn (Juni) |
| 2008 | Einweihung (November) |
| Bauherrschaft | Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch das Bundesamt für Bauten und Logistik |
| Architektur | Aebi & Vincent Architekten SIA AG, Bern |
| Künstlerische Beratung | Adrian Scheidegger, Bern |
| Baukosten | 103.5 Mio. (BKP 1-9) |
| Geschossfläche | 19 500 m2 |
| Gebäudevolumen | 120 000 m3 |
Keine Einträge vorhanden.